5 Elemente

Ein im Westen bekanntes Denkmodell der Traditionellen Chinesischen Medizin ist jenes der 5 Elemente oder genauer 5 Wandlungsphasen. Es besagt, dass alle Phänomene der Welt zu einer oder mehreren Wandlungsphasen zugeordnet werden können, die sich gegenseitig hervorbringen und kontrollieren. Nichts ist konstant, alles befindet sich in ständiger Veränderung.

Ein Beispiel dafür sind die Jahreszeiten: Das Holz entspricht zum Beispiel dem Frühling, der den Sommer (Feuer) hervorbringt. Dieser geht in den Herbst über (Metall) und dann in den Winter (Wasser). Wasser erzeugt wieder Holz und der Kreislauf geht von vorne los. Die Erde hat eine Sonderstellung, sie ruht in der Mitte und verbindet jede Jahreszeit mit der nächsten. Außerdem wird sie dem Spätsommer, der Zeit der Ernte, zugerechnet.

Wichtig in der Diagnostik nach TCM ist die Zuordnung der Organsysteme (nicht gleichzusetzen mit den Organen im westlichen Sinn, da es um die Funktion geht und nicht um die Anatomie):

  • Holz: Leber, Gallenblase
  • Feuer: Herz, Dünndarm
  • Erde: Milz, Magen
  • Metall: Lunge, Dickdarm
  • Wasser: Niere, Blase

Auch alle Nahrungsmittel können einer oder mehreren Wandlungsphasen zugeordnet werden, je nach Geschmack und Farbe:

  • Holz: sauer, grün (Beispiele: Zitrone, Petersilie)
  • Feuer: bitter, rot (Beispiele: Chicoree, Rote Rüben)
  • Erde: (natur)süß, gelb (Beispiele: Karotten, Marillen)
  • Metall: scharf, weiß (Beispiele: Pfeffer, Radieschen)
  • Wasser: salzig, schwarz (Beispiele: Sojasauce, schwarzer Sesam)

Bei der Ernährung nach TCM geht es darum, alle 5 Wandlungsphasen zu stärken und entsprechende energetische Ungleichgewichte zu beseitigen. Das bedeutet nicht, bei einem Ungleichgewicht im Holzorgan Leber nur noch Saures zu essen, das wäre zu einfach. Die 5 Wandlungsphasen stehen in unterschiedlichen Beziehungen zueinander, neben dem Hervorbringungszyklus (siehe oben) gibt es zum Beispiel auch den Kontrollzyklus. Holz wird von Metall kontrolliert („Metall schneidet Holz“), das heißt man verwendet auch den scharfen Geschmack, um die Leber zu beeinflussen.

Die Geschmäcker haben außerdem eine Wirkung auf die Richtung des Qi im Körper: Sauer: zusammenziehend, Säfte haltend Bitter: ausleitend, herabsinkend, trocknend Süß: harmonisierend, wirkt in alle Richtungen, befeuchtend, nährend Scharf: verteilend, nach außen und oben wirkend, bewegt das Qi Salzig: in die Tiefe, aufweichend

Eine wesentliche Rolle spielt bei der Ernährung nach TCM die thermische Wirkung der Nahrungsmittel. Rettich und Kohlrabi wirken zum Beispiel scharf-kühlend, Pfeffer und Chili hingegen scharf-erhitzend. Je nach Typ muss genau abgewogen werden, welche Nahrungsmittel für den persönlichen energetischen Zustand günstig oder ungünstig sind.

Insgesamt gilt die Empfehlung, bei der Ernährung Extreme zu vermeiden, das heißt: alle 5 Geschmäcker berücksichtigen, keinen Geschmack überbetonen, nicht zu kühlend und nicht zu erhitzend essen.

Die Schule der Mitte ist ein Modell, das den Funktionskreis Milz/Magen in den Mittelpunkt stellt. Alle Erkrankungen können ihrer Meinung nach durch Stärkung der Mitte geheilt werden. Westlich gesehen ist damit die Stärkung des gesamten Verdauungssystems gemeint, also auch des Darms. Das wird erreicht, indem auf die Bekömmlichkeit der Nahrung geachtet wird. Nach chinesischer Vorstellung braucht der Verdauungsvorgang Wärme. Wenn man hauptsächlich gekochte Nahrung zu sich nimmt, unterstützt man diesen Prozess und der Stoffwechsel funktioniert besser.

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