Zu vermeidende Nahrungsmittel

Hier sind an erster Stelle die persönlichen Unverträglichkeiten zu nennen, die auf jeden Fall weggelassen werden sollen. Wie stellt man diese nun fest? Eine einfache Methode ist, ein Ernährungstagebuch zu führen, in dem bei jeder Mahlzeit angeführt wird, wie man sich danach fühlt. Ist man müde, hat man Blähungen oder Völlegefühl, wie geht es der Haut? Bei der Ernährung nach TCM sollte man sich nach dem Essen voll Energie fühlen, angenehm satt sein und keinerlei Verdauungsprobleme haben. Wenn das nicht so ist, dann war die Mahlzeit entweder zu groß oder es war etwas dabei, was man nicht verträgt, was sehr unterschiedlich sein kann. In der Folge werden die verdächtigen Nahrungsmittel weggelassen und so nach und nach die persönlichen Unverträglichkeiten herausgefunden.

Wichtig dabei ist eine einfache Zusammenstellung der Mahlzeiten, das heißt nicht zu viele Lebensmittel miteinander kombinieren (zwei bis drei). Nur auf diese Art ist es möglich, die persönlichen Auslöser eines Neurodermitisschubs herauszufinden. Einfachheit der Nahrung ist allgemein sehr günstig zum Stärken der Verdauungskraft.

Häufige Unverträglichkeiten bei NeurodermitikerInnen sind Kuhmilchprodukte, Eier, Zucker, Weizen, Zitrusfrüchte, Nüsse, Soja, Tomaten.

Empfehlenswert für NeurodermitikerInnen ist auch ein Allergietest, da Neurodermitis nicht selten mit Allergien verbunden ist. Neben Hundehaaren und Hausstaubmilben kommen auch Nahrungsmittelallergien in Frage. Hier kann man einen Bluttest nach westlicher Schulmedizin durchführen lassen oder mit alternativen Methoden wie Bioresonanz und Kinesiologie vorgehen.

Zucker

Eine Substanz, die ausnahmslos keinem/keiner NeurodermitikerIn guttut, ist Zucker. Dieser wirkt stark befeuchtend und kühlend und ist ein so genannter Qi-Räuber. Das heißt nichts anderes, als dass er dem Körper Nährstoffe wegnimmt, also Mineralien, Vitamine usw. Außerdem hat er das Potenzial, den Körper zu verschleimen, was gerade bei der Feuchte-Hitze-Neurodermitis den Teufelskreis verstärkt.

Laut TCM führt die Überbetonung eines der fünf Geschmäcker zu einem energetischen Ungleichgewicht. Da Zucker extrem süß ist und in der „normalen“ Ernährung in viel zu großen Mengen vorkommt, ist er geradezu prädestiniert dazu, zu einem solchen Ungleichgewicht und damit in der Folge zu Erkrankungen zu führen. Da man gerade bei Milz-Qi-Mangel zu Heißhunger auf Süßes neigt, ist es schwer, auf solches zu verzichten. Es geht darum, einen bekömmlichen Ersatz dafür zu finden, zum Beispiel Süßen mit Kokosflocken oder Trockenfrüchten. Auch bei diesen Süßungsmitteln muss ein gesundes Maß eingehalten werden. Durch die Gewöhnung an den extrem süßen Geschmack von Zucker braucht man einige Zeit, um die natürliche Süße von Trockenfrüchten, Karotten oder Kompott wieder wahrzunehmen. Das Problem beim weißen Fabrikzucker besteht meiner Meinung auch darin, dass er süchtig macht.

Gute Chancen, aus dieser Abhängigkeit herauszukommen, hat man durch Pflege seines Milz-Qi im oben genannten Sinn (vgl. Stärken der Verdauungskraft). Besonders der regelmäßige Genuss eines warmen Frühstücks, vor allem wenn es pikant ist (zum Beispiel Suppe), kann dabei helfen.

Erhitzendes und zu stark Befeuchtendes

NeurodermitikerInnen sollten außerdem alles vermeiden, was die Hitze im Körper noch mehr anfacht. Hier sind vor allem scharfe Gewürze wie Chili, Curry, Cayennepfeffer, Knoblauch, Zwiebel zu nennen sowie Alkohol (je hochprozentiger, desto erhitzender), Kaffee und Rauchen. Diese trocknen außerdem die Feuchtigkeit zu zähem Schleim ein, was eine Ausleitung noch schwieriger macht. Die notwendigen Körpersäfte und das Blut hingegen werden geschädigt. Auch Zubereitungsmethoden wie das Grillen und scharfe Anbraten wirken erhitzend, vor allem von Fleisch. Beim Fleisch ist wiederum besonders das Lamm und Wild als erhitzend hervorzuheben. Da Fleisch sehr nährend und damit auch befeuchtend ist, entsteht durch ungünstige Kochmethoden wie Frittieren und Braten in viel Fett besonders leicht Feuchte Hitze.

Die Verwendung von zu fettem Fleisch kann im Körper Feuchtigkeit und Schleim erzeugen sowie Juckreiz hervorbringen.[31]

Schweinefleisch und Wurstwaren wirken stark befeuchtend und sind auch auf Grund der verwendeten Geschmacksverstärker bzw. Antibiotika bei der konventionellen Schweinezucht stark einzuschränken, weil sie die Feuchte Hitze sehr fördern. Geschmacksverstärker und andere Zusatzstoffe erschweren die vollständige Verarbeitung einer Mahlzeit, weil der Körper sie nicht verwenden kann und irgendwo verstauen muss, zum Beispiel in der Leber. Sie stellen also Abfälle dar, die beim/bei der NeurodermitikerIn wie schon erwähnt vor allem die Haut belasten. Hierher gehören auch Drogen und Medikamente.

Geschwefelte Trockenfrüchte und Nüsse sind ebenfalls strikt zu vermeiden, da sie Bluthitze verstärken.[32]

Weißmehlprodukte können den Körper verschleimen und zu Hitze führen. Sie belasten die Milz und enthalten kein Qi. Zu diesem Punkt ist anzumerken, dass Brot allgemein in der Ernährung nach der TCM nicht empfohlen wird. Brot ist einerseits zu trocken, was die Verdauung erschwert, und bildet andererseits im Körper pathogene Feuchtigkeit, vor allem frisches Vollkornbrot.

In der „Chinesischen Diätetik“ wird darauf hingewiesen, dass bei Hauterkrankungen Fische (außer Karpfen), Rindfleisch, Gänsefleisch und Pfirsich zu meiden sind, da sie so genannte Hautblüten, also Formen pathologischer Hautveränderungen, verschlimmern können.[33] Meiner Meinung nach gehören hierher auch Meeresfrüchte. Es ist auf jeden Fall empfehlenswert, wenn der/die NeurodermitikerIn für sich selbst darauf achtet, wie er auf den Konsum dieser Nahrungsmittel reagiert.

[31] Engelhardt/Hempen 2006, S. 544. [32] Laut Diolosa, Kassette Nr. 10, Hautkrankheiten. Den Gebrauch von Schwefel bei der Herstellung sieht man daran, dass die Trockenfrüchte helle Farben haben, zum Beispiel Trockenaprikosen sind hellorange. Nichtgeschwefelte Früchte sind dunkel. Auch die Fässer von Rotwein sind nach Diolosa häufig mit Schwefel behandelt. [33] Engelhardt/Hempen 2006, S. 588.

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