Säfte und Blut aufbauen

Die Körpersäfte sind beim/bei der NeurodermitikerIn oft im Mangel, da die vorhandene Hitze die Säfte (und das Blut) verköchelt, sichtbar an der trockenen Haut. Außerdem wird durch die schwache Verdauungskraft, also das schwache Milz-Qi, zu wenig Blut gebildet. Das unterstreicht noch einmal die wesentliche Rolle der Milz für den ganzen Körper, da auch der Blut- und Säfteaufbau ohne Berücksichtigung der Milz nicht möglich ist. In der Praxis bedeutet das, immer die Bekömmlichkeit im Auge zu behalten, also den Stuhlgang und das Wohlbefinden nach dem Essen zu beobachten. Sobald der Stuhl zum Beispiel breiig wird, also nicht mehr geformt ist, muss man wieder mehr auf seine Milz achten und säfteaufbauende, aber für die Milz vielleicht zu kühlende Lebensmittel wie Tomaten weglassen oder reduzieren. Zur Erinnerung: die Milz mag es trocken und warm (vgl. Stärken der Verdauungskraft).

Symptome eines Säftemangels sind neben der trockenen Haut trockene Schleimhäute, brüchige Haare, Obstipation (Verstopfung) und andere. Bei Blutmangel kommt es zu Blässe, Müdigkeit, innerlicher Unruhe, schlechtem Schlaf (weil die materielle Basis fehlt, in der der Shen (Geist, der im Herzen sitzt) in der Nacht zur Ruhe kommen kann), trockenen Augen und anderem.[30] Zum Aufbau der Säfte dient vor allem die saftige Kochmethode, also Obst in Form von Kompotten, Suppen, Eintöpfe und die Verwendung von wasserhaltigen Gemüsen wie Tomaten, Gurken, Zucchini, Melanzani und Champignons. Bei einem schwachen Milz-Qi ist auf eine bekömmliche Zubereitung zu achten, zum Beispiel im Backofen, als Suppe oder Eintopf.

Für den Blutaufbau empfiehlt sich der regelmäßige Verzehr von kleinen Mengen Fleisch (Huhn, Rind) sowie Wurzelgemüse wie Karotten und Rote Rüben. Außerdem sind rote Beeren und dunkelgrüne Blattgemüse Blut aufbauend. Trockenfrüchte wie Datteln, Feigen und Rosinen stützen ebenfalls das Blut, ebenso Eier in kleinen Mengen, schwarzer Sesam, Pinienkerne und Maulbeeren. Vermeiden sollte man in beiden Fällen zu trockene Nahrungsmittel wie Knäckebrot und Knabbergebäck sowie eine Überbetonung des bitteren Geschmacks (Kaffee, grüner und schwarzer Tee, bittere Kräutertees, Rotwein) und warme und heiße Thermik (scharfe Gewürze, Alkohol, Lamm, Gegrilltes, Fast Food). Besonders ungünstig wirkt sich Rauchen aus (bitter und erhitzend).

[30] Genaueres dazu siehe in Focks/Hillenbrand (Hg.) 2006, S. 248ff.

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