Brot gehört in unseren Breiten zur täglichen Ernährung, so wie der Blitz zum Donner gehört und das Bier zum Fußball. Da Brot im Alltag der Chinesen eine weit geringere Rolle spielt, fehlen Angaben zu seinen thermischen und sonstigen Eigenschaften in den traditionellen Quellen. Es ist das Verdienst von Barbara Temelie (zum Beispiel in ihrem empfehlenswerten Buch "Ernährung nach den Fünf Elementen") und anderen westlichen AutorInnen, sich dieser Lücke angenommen zu haben.
Brot hat eine paradoxe Wirkung auf den Körper:
Es wirkt einerseits befeuchtend und andererseits trocknend. Da es - wie alle Produkte aus Mehl, besonders die aus Weizenmehl - schwer verdaulich ist und verschleimend wirkt, kann es oft nicht zur Gänze verdaut werden und es bleiben Reste, die den Körper belasten, liegen. Die Chinesen nennen diese Reste Feuchtigkeit. (Manche bei uns sagen "Schlacken" dazu.) Gleichzeitig spendet Brot keine Säfte und verlangt dadurch dem Magen einiges ab, der jede Speise in einen Brei oder eine Suppe verwandeln muss. In diesem Sinne wirkt Brot auf den Magen trocknend.
Die thermische Eigenschaft von Brot ist kühlend, da der Körper den Nahrungsbrei auch noch wärmen muss und bei Brot das Verdauungsfeuer über die Maßen beansprucht wird. Brot ist nun einmal keine warme oder gekochte (wo die Wärme der Feuerstelle auf die Speise übergeht) Mahlzeit und nimmt dem Körper damit mehr Energie - Qi -, als es ihm gibt.
Daraus ergibt sich auch schon die erste Empfehlung im Umgang mit Brot:
1. Essen Sie Brot nicht als Hauptmahlzeit, sondern gemeinsam mit einer gekochten Speise, am besten einer saftigen gekochten Speise, wie Suppe, Eintopf etc. Und reduzieren Sie die Menge.
Die zweite Empfehlung zur Steigerung der Bekömmlichkeit lautet:
2. Kaufen Sie kein Vollkornbrot, das noch schwerer verdaulich ist, sondern normales Mischbrot. Am besten in einer Bäckerei Ihres Vertrauens, die keine fertigen Backmischungen verwendet. Damit vermeiden Sie die belastenden chemischen und anderen Zusatzstoffe und die oft sehr hohe Menge an Salz.
Für wen ist Brot besonders ungünstig? Die Antwort lautet: für alle, die mit ihrem Gewicht kämpfen, und für alle, die Verdauungsbeschwerden haben wie Blähungen und Verstopfung. Probieren Sie einmal, das Brot für eine oder zwei Wochen ganz wegzulassen, und beobachten Sie die Auswirkungen auf Ihr Wohlbefinden. Sie werden Überraschungen erleben! Für eine persönliche Beratung stehe ich gerne zur Verfügung (Kontakt).
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